Leasing

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Was ist Leasing?

Unter Leasing versteht man die vertragliche Einräumung eines zeitlich begrenzten Butzungsrechts von beweglichen Anlagegütern
oder Gebäuden.

Der Leasingvertrag ist rechtlich ein Mietvertrag, er wird zwischen dem Leasing-Geber und dem Leasingnehmer geschlossen.

Leasingverträge werden vielfach als Finanzierungsalternative für Anlagegüter betrachtet. Sie können hinsichtlich verschiedener Kriterien eingeteilt werden.

Kriterien des Leasings

Kriterium Erläuterung, Beispiel
Leasing-Objekt
  • Immoblien-Leasing
    • (Leasen von Gebäuden oder Gebäudeteilen)
  • Mobilien-Leasing
    • (Leasen von beweglichen Gütern, z.B. Maschinen, Fahrzeuge, Rechner, Werkzeuge usw.)
  • Equipment Leasing
    • (Ausrüstungsgesgegenstände bzw. Systeme wie Telefonanlagen, Netzwerke, Mobiliar)
  • Plant-Leasing
    • (Leasing ganzer Betriebsanlagen oder Fertigungsstätten)
  • Personal Leasing
    • (Zeitarbeit von Personal, dass durch Vermittlungsinstitute beschäftigt wird)
Leasing-Geber
  • Direktes Leasing
    • (Leasing-Geber ist der Hersteller ddes Leasingobjektes, Leasing wird von ihm als Vertriebsform genutzt)
  • Indirektes Leasing
    • (Leasing-Geber ist eine Leasing-Gesellschaft, sie beschafft z.T. individuell auf die Kundenbedürfnisse abgestimmte Leasingobjekte und überläßt sie dem Leasing-Nehmer)
Kündigung des Vertrages
  • Operate-Leasing
    • (Kurze Kündigungsfristen für Leasing-Nehmer, der Leasing-Geber trägt dabei das Investitionsrisiko für die Leasing-Objekte, die daher meist wiederverwertbar sind, z.B. Kfz., Kopierer, Werkzeuge usw.)
  • Finance-Leasing
    • (Grundsätzlich nicht kündbar, das Investitionsrisiko trägt der Leasingnehmer, z.B. bei Gebäuden)
Optionen
  • Optionsloser Vertrag
    • (Leasing-Geber verpflichtet sich zur Rücknahme, Leasing-Nehmer zur Rückgabe des Leasingobjektes nach Vertragsablauf)
  • Kaufoption
    • (Leasing-Nehmer hast das Recht, das Objekt nach Vertragsablauf zum Restbuchwert oder zum Verkaufswert zu kaufen)
  • Tauschoption
    • Leasing-Nehmer kann das Objekt gegen ein neues verglaichbares Objekt eintauschen)
  • Verlängerungsoption
    • (Leasing-Nehmer kann neuen Leasingvertrag auf der Basis des Rest- oder Verkaufswertes verlangen)
Dauer
  • Ausrüstungsgegenstände
    • (Kfz., Kopierer usw. 1-5 Jahre)
  • Komplette Anlage
    • (Maschinenanlagen, Fließbandstraßen usw. bis zu 15 Jahres)
  • Gebäude
    • (bis zu 30 Jahren)
Kosten

Die Leasingraten, die vom Leasing-Nehmer zu entrichten sind, können sich aus folgenden Elementen zusammensetzen:

  • Abschreibung (Werteverzehr des Objektes)
  • Kapitalverzinsung (Verhältnis von erwirtschaftetem Gewinn einer Wirtschaftsperiode zum dafür eingesetzten Kapital) des Leasing-Gebers
  • Handlungskosten (Kosten, welche in Handelsunternehmen anfallen, um Handelsleistungen zu erbringen) des Leasing-Gebers (Personal, Verwaltung, Vertrieb usw.)
  • Risikozuschläge für Forderungsausfälle
  • Wartungs- und Reperaturkosten für Leasing-Objekte (können vertraglich von Leasing-Nehmer übernommen werden)
  • Gewinnmarge (Die als Geldbetrag oder Prozentsatz angegebene Differenz (pro Produkteinheit) zwischen Kosten und Erlös) des Leasing-Gebers

Vor- und Nachteile von Leasing

Aus der Sicht des Leasing-Nehmers ergibt sich unter betriebswirtschaftlichen Aspekten folgende Bewertung:

Vorteile Nachteile
  • geleaste Objekte entsprechen dem technisch aktuellsten Stand
  • genaue Kalkulation der monatlichen Belastung durch vereinbarte Leasingraten
  • verringerter Kapitalbedarf
  • keine Kreditsicherheit erforderlich
  • Leasingkosten können durch Nutzung des Leasing-Objektes erwirtschaftet werden
  • Leasing-Objekte werden in Billanz nicht aktiviert, Leasing-Kosten sind als Betriebsausgaben steuerlich mindernd
  • hohe Fixkostenbelastung durch Leasing-Raten
  • Leasing ist i.d.R. teurer als Kauf
  • bei Financial-Leasing lange Vertragslaufzeit