Geschäftsprozess

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Bedeutung

Als Geschäftsprozess werden diejenigen sachlogischen zusammenhängenden und inhaltlichen abgeschlossenen Aktivitäten und Funktionen bezeichnet, die der Realisierung der übergeordneten Ziele des Unternehmens dienen und eine Wetschöpfung (Wertzuwachs) erbringen.

Ein Geschäftsprozess ist immer auch ein Wertschöpfungsprozess.

Beispiel

Prozesslandschaft des Geschäftsprozesses PC-Vertireb.
WISO Geschaeftsprozess.jpg

Geschäftsprozessmodellierung

Ein Geschäftsprozess besteht aus einer zusammenhängenden abgeschlossenen Folge von Tätigkeiten, die zuer Erfüllung einer betrieblichen Aufgabe nötig sind. Die Aufgaben werden von organisatorischen Einheiten unter Nutzung der benötigten Produktionsfaktoren geleistet. Die Kunden in diesem Sinne können sowohl externe Nachfrager als auch interne Abteilungen sein.

Beispiele von Geschäftsprozessen

  • Erstellung eines Angebotes
  • Beschaffung von Fremdleistungen
  • Abwicklung des Zahlungverkehrs

Ziele der Geschäftsmodellierung

WISO Ziele GesProzMod.jpg

Merkmale von Geschäftsprozessen

  • Geschäftsprozesse haben einen eindeutigen Anfang und Abschluss,
  • sie sind zielgerichtet und sollen ein Ergebnis erbringen (z.B. Warenverkauf mit Gweinn),
  • sie bestehen aus einer Kette von betrieblichen Aktivitäten (u.a. auch Teilprozessen),
  • sie werden von Aktionsträgern mithilfe von Sachmitteln, z.B. Computersystemen gesteuert,
  • sie integrieren Kunden und Lieferanten in den Ablauf,
  • sie verursachen durch den Verbrauch von Ressourcen Kosten.

Die Integration von Kunden und Lieferanten in die sie betreffenden Prozesse ist Bestandteil der Geschäftsprozessorientierung, da damit unternehmensäbergreifende Prozesse ermöglicht werden. Geschäftsprozesse haben immer eine direkte Schnittstelle zum Kunden:

  • Startereignis eines Geschäftsprozesses ist das Feststellen eines Kundenbedarfs
  • Endereignis die Übergabe des Produkts gegen Entgelt.

Ist der Kunde on seinen Bedürfnissen optimal zufireden gestellt, kann man davon ausgehen, dass auch der Prozess optimal verlaufen ist.

Vorallem die Sicherung der Qualität von Vorprodukten und die Sicherung der Termintreue bei Beschaffungsvorgängen sind Gründe für die Einbeziehung von Lieferanten in Geschäftsprozesse.

Hierbei ist zu beachten, dass auch innerhalb eines Unternehmens Abteilungen und Stellen untereinander als Kunden und Lieferanten auftreten können (z.B. tritt die Auftragsabwicklung als Kunde des Dienstleiters Rechungsstellung auf).

Kunden-/Prozessorientierung

Kundenorientierung

Ausgangspunkt sämtlicher Tätigkeiten und Aufgaben im Unternehmen ist der Kundennutzen, der von den individuellen Ansprüchen der Nachfrager an Qualität, Kosten, Bereitstellung usw. der Güter und Dienstleistungen bestimmt wird. Geschäftsprozesse sind an den Kundenwünschen auszurichten.

Prozessorientierung

Die funktionsorientierte Arbeitsteilung wird aufgehoben. Bisher getrennt wahrgenommene Aufgaben, ABläufe und Vorgänge in den Funktionsbereichen werden zu einem Prozess zusammengefasst und möglichst vollständig von einem Prozessteam ausgeführt.

EPK (Ereignisgesteuerte Prozesskette)

Erklärung

EPKs stellen Arbeitsprozesse in einer semiformalen Modellierungssprache grafisch dar. Dadurch sollen betriebliche Vorgänge systematisiert und parallelisiert werden, um Zeit und Geld einsparen zu können. Für die grafische Darstellung verwendet man bestimmte Elemente/Objekte um einen solchen Lauf zu beschreiben.

Elemente für die grafische Darstellung

Elemente Beschreibung zusätzliche Bemerkung
EPK Ereignis.jpg Das Ereignis beschreibt das Eintreten eines betriebswirtschaftlichen Zustandes, der eine Handlung (Funktion auslöst bzw. das Ergebnis eienr Funktion sein kann. Jeder Geschäftsprozess beginnt mit einem Start-/Auslöseereignis und endet mit einem End-/Ergebnisereignis. Bei der Beschreibung der Ereignisse werden Partizipialkonstruktionen gewählt.
(Bsp.: Aufträge sind angenommen)
EPK Funktion.jpg Die Funktion beschreibt was nach einem auslösendem Ereignis gemacht werden soll. Funktionen verbrauchen Ressourcen und Zeit. Bei der Bechreibung der Funktionen sollten Verben verwendet werden.
(Bsp.: Aufträge annehmen)
EPK Organisationseinheit.jpg Die Organisationseinheit gibt an, welche Person (Personenkreis) die bestimmte Funktion auführt. Die Organisationseinheit kann nur mit Funktionen verbunden werden.
EPK Informationsobjekt.jpg Mit dem Informationsobjekt werden die für die Durchführung der Funktion benötigten Daten angegeben. Das Informationsobjekt kann nur mit Funktionen verbunden werden.
EPK Dokument.jpg Schriftliche Dokumente, die durch das Unternehmen "wandern" bzw. in den Betrieb gelangen oder nach außen gesendet werden. Zur Abgrenzung gegen Elemente eines Informationssystems.
EPK X-OR.jpg Die 3 verschiedenen logischen Operatoren ermöglichen es Verzweigungen zwischen Ereignissen und Funktionen bzw. umgekehrt einzufügen. Spitze Oben = UND
Spitze Unten = ODER
XOR = exklusives ODER
EPK Prozesswegweiser.jpg Der Prozesswegweiser (Unterprozess) ermöglicht es einzelne Geschäftsprozesse miteinander zu verbinden.
EPK Kontrollfluss.jpg Der Kontrollfluss gibt alle möglichen Durchgänge durch eine EPK wieder. Der Kontrollfluss kann mittels der Operatoren aufgespalten werden. Die elemente der EPK sollten so angeordnet sein, dass der Kontrollfluss weitgehend von oben nach unten verläuft.
EPK Informationsfluss.jpg Der Informationsfluss zeigt den Datenfluss zwischen Informations-objekt und Funktion.
EPK Zuordnung.jpg Die Zuordnung zwigt den Zusammenhang zwischen Organisationseinheit und Funktion.

Beispiele

Einfaches Beispiel Komplexes Beispiel
EPK Einf.Bsp.jpg
EPK Erw.Bsp.jpg